Flüchtlinge bei uns: Gut zusammenleben

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(Foto: ©Steve Debenport)

Etwa 1.000.000 Flüchtlinge haben 2015 in Deutschland Schutz gesucht und auch in diesem Jahr kommen nach wie vor Menschen in unser Land. Einige von Ihnen werden für immer bleiben. Es ist in unserem gemeinsamen Interesse, dass sie sich schnell und gut integrieren. Viele von ihnen sind sehr gut ausgebildet und wollen ihren Lebensunterhalt selbst verdienen. Und das ist auch gut für unser Land, weil wir dringend Fachkräfte brauchen.

Sie möchten Flüchtlingen in Schenefeld helfen? 

Auch in Schenefeld hat sich ein Kreis von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern gefunden, die ganz praktische und alltägliche Hilfestellungen für die hier angekommenen Menschen leisten.

Jeden Montag und Mittwoch von 9.00 h bis 14.00 Uhr ist das Willkommens-Café in der Stadt Schenefeld im JUKS, Osterbrooksweg 25, geöffnet.
Dort treffen Sie die Helferinnen und Helfer sowie die Flüchtlinge und können auch gleich direkt vor Ort eingebunden werden.
Der Katalog von Möglichkeiten ist breit gefächert. Unterstützung bei Behördengängen, Hilfen im Haushalt, Kinderbetreuung, Hilfe beim Erlernen der deutschen Sprache oder einfach nur ein Gespräch können beim Eingewöhnen helfen.
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Ansprechpartnerin für neue Ehrenamtliche sind Frau Bülow-Dresler und Herr Schaaf. Einer von beiden ist auch immer im Café vor Ort.

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Über die Email Adresse :
fluechtlingshilfe-schenefeld@web.de 
können Sie ebenfalls Kontakt aufnehmen.
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Sie können sich auch direkt an den zuständigen Fachbereichsleiter im Schenefelder Rathaus wenden, der ihnen gerne den Kontakt vermittelt.

Herr Axel Hedergott

Fachbereichsleiter II  – Öffentliche Sicherheit, Jugend, Bildung und Soziales
Holstenplatz 3-5
Zi. 101
22869 Schenefeld
Telefon (040) 830 37-151
Telefax (040) 830 37-177
E-Mail axel.hedergott@stadt-schenefeld.de


In Schenefeld gibt es eine große Spendenbereitschaft angesichts der vielen Flüchtlinge, die wir jetzt und in den kommenden Wochen und Monaten bei uns willkommen heißen.

Die Stadt Schenefeld selbst kann leider keine Sachspenden annehmen, da sie über keine Lagerungsmöglichkeiten verfügt.

Auch der Verein „Glücksgriff“ kann wegen fehlender Lagerkapazitäten keine Spenden wie Möbel oder größere technische Geräte entgegennehmen.
Folgende Sachspenden nimmt der Verein nach wie vor gerne an:

  • Getragene Damen-, Herren- und Kinderkleidung in sauberem Zustand
  • Hausratsgegenstände jeder Art
  • Tisch- und Bettwäsche
  • Funktionsfähige Elektro/Electronic-Artikel
  • Kinderbücher und Spiele
    Dabei ist zu beachten, dass diese Spenden in den Verkauf beim Glücksgriff gehen und den Flüchtlingen nicht zielgerichtet zukommen können, durch den Erlös aber das Projekt der Sprachkurse, die der Glücksgriff finanziert, unterstützt wird.

Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes am Schenefelder Platz

In den Räumen in der Altonaer Chaussee 28 können Menschen mit geringem Einkommen jeweils donnerstags Kleidung und kleine Haushaltsgegenstände gegen einen geringen Betrag erwerben.

Wer kleine Haushaltsgeräte, Geschirr oder Kleidung spenden möchte, kann dies immer donnerstags von 16 bis 18 Uhr abgeben. Weitere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer werden ebenfalls gesucht. Kontakt über Frau von Ahn-Fecken, Tel. 04101-5003423.

 

Wer Geld spenden möchte, kann seine Spende sehr gern auf folgendes Konto überweisen:

Stadt Schenefeld –
Sparkasse Südholstein
IBAN DE48230510300003501509
BIC NOLADE21SHO
Stichwort „Flüchtlingshilfe“ 

Die Stadt Schenefeld wird diese Gelder ausschließlich für gemeinnützige Zwecke im Zusammenhang mit der Flüchtlingshilfe einsetzen. Eine Spendenquittung kann selbstverständlich ausgestellt werden.

Die wissen Bescheid

Offene Fragen lassen sich meist schnell beantworten. Ansprechpersonen kennt die SPD vor Ort oder auch der Landesflüchtlingsrat: www.fluechtlingsrat.de

Patenschaften annehmen

Übernehmen Sie eine Patenschaft für ein Kind aus einem Flüchtlingsheim. Helfen Sie ihm in seiner neuen und noch fremden Umgebung anzukommen. Helfen Sie Jungen und Mädchen schnell Deutsch zu lernen.

Flüchtlingen einen Ausbildungsplatz anbieten

Warum Flüchtlingen nicht einen Ausbildungsplatz anbieten? Schneller kann Integration nicht gelebt werden. Es gibt zudem so viele unbesetzte Lehrstellen…
Ein Erfahrungsbericht mit hilfreichen Links: www.spdlink.de/ausbildungsplaetze/fluechtlinge

Flüchtlinge privat unterbringen

Privatquartiere für Flüchtlinge fördern die Integration und bieten ein angenehmes Wohnumfeld. Sie wollen Schutzsuchende bei sich aufnehmen oder eine Wohngemeinschaft anbieten? Tipps dazu:
www.proasyl/privatquartier und www.fluechtlinge-willkommen.de

Willkommen bei Freunden

Rund ein Drittel aller nach Deutschland einreisenden Flüchtlinge sind Kinder. Sie suchen Schutz vor Bürgerkrieg, Gewalt und Verfolgung. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig will Begegnungen zwischen einheimischen und geflüchteten Kindern, Jugendlichen und Familien organisieren. Die von Ihr initiierte Aktion heißt „Willkommen bei Freunden: Aktion Zusammenspiel – Bündnisse für junge Flüchtlinge“.

Alle nötigen Infos gibt es unter: www.bmfsfj.de/willkommen-bei-freunden

oder unter: http://www.willkommen-bei-freunden.de

Zur Begriffsklärung eine kurze Erläuterung über den rechtlichen Status der ankommenden Menschen und ihre Lebensumstände:

Wer ist ein Flüchtling?

Auch wenn wir im Moment oft pauschal von Flüchtlingen sprechen -  dieser Begriff gilt juristisch nur für wenige von ihnen.
Als Flüchtling im Sinne der Genfer Flüchtlingskonvention gilt nur, wer zur Flucht aus seinem Land gezwungen ist, weil er wegen seiner Religion, Rasse, Nationalität, politischer Überzeugung oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe verfolgt wird.
In den letzten zehn Jahren wurden in Deutschland im Durchschnitt etwa zwölf Prozent der Asylbewerber als Flüchtlinge nach der Genfer Konvention anerkannt und aufgenommen.

Als Verfolgung gilt neben direkter Gewalt auch Diskriminierung durch Behörden, Polizei oder andere staatliche Organe. Erhält ein Mensch im eigenen Land zudem keinen Rechtsschutz beispielsweise durch die Möglichkeit, vor Gericht zu gehen, gilt er ebenfalls als verfolgt. Allerdings stellt nicht jede negative staatliche Maßnahme eine asylrelevante Verfolgung dar.

Das Asylrecht

Das Asylrecht für politisch Verfolgte ist in Deutschland ein im Grundgesetz verankertes Grundrecht. Nach kontroverser öffentlicher Debatte im Jahr 1993 wurde das bis dahin gewährte Asylgrundrecht mit einigen Einschränkungen versehen:

  •  Ausländer, welche über einen Staat der Europäischen Union oder einen sonstigen sicheren Drittstaat einreisen, können sich nicht auf das Asylrecht berufen (Art. 16a Abs. 2 GG).
  • Bei bestimmten Herkunftsstaaten (sog. sichere Herkunftsstaaten) kann vermutet werden, dass dort keine politische Verfolgung stattfindet, solange der Asylbewerber diese Vermutung nicht entkräftet (Art. 16a Abs. 3 GG).
  • Der Rechtsschutz wurde eingeschränkt (Art. 16a Abs. 4 GG).
  • Letztlich kann das deutsche Asylgrundrecht dadurch eingeschränkt oder ausgeschlossen werden, dass ein anderer Staat im Rahmen europäischer Zuständigkeitsvereinbarungen für die Schutzgewähr des Asylbewerbers zuständig ist und der Asylbewerber, ohne dass sein Asylantrag in der Sache geprüft wird, dorthin verwiesen wird.

Die Anerkennungsquote nach Art. 16a GG ist entsprechend gering und lag zwischen 2002 und Mitte 2013 bei unter 2 %.
Diese gesetzlichen Regelungen sind auch derzeit uneingeschränkt in Kraft.

 

Was ist mit Menschen aus Syrien?

Was viele nicht wissen: Allgemeine Notsituationen wie Armut, Bürgerkriege, Naturkatastrophen oder Perspektivlosigkeit sind keine Gründe für ein Asyl als Flüchtling. Theoretisch fallen damit auch Flüchtlinge aus Syrien nicht unter die Genfer Konvention und erhalten auch deshalb nur in wenigen Fällen den Status als anerkannter Flüchtling nach dem deutschen Asylgesetz. Ihnen wird aber momentan ein sogenannter subsidiärer (helfender) Schutz gewährt. Zudem gilt für akute Kriegsgebiete und andere für Rückkehrer potenziell lebensbedrohliche Regionen ein Abschiebungsverbot.

Das bedeutet, dass syrische Flüchtlinge nicht abgeschoben werden dürfen und für eine befristete Zeit in Deutschland bleiben dürfen – solange der Konflikt in ihrer Heimat anhält. Auch in anderen Fällen kann die Regierung beschließen, eine gewisse Menge von Flüchtlingen aus Kriegs- oder Katastrophengebieten aus humanitären Gründen aufzunehmen. Sie gelten dann als “Kontingent-Flüchtlinge”.

Migranten

Als Migranten werden jene Menschen bezeichnet, die von einem Wohnsitz/Land zu anderen Wohnsitzen/Ländern wandern beziehungsweise durchziehen. Sie geben  ihren bisherigen Wohnsitz auf, um an einen anderen Wohnsitz zu ziehen (das lateinische Verb migrare bedeutet auswandern, wandern, reisen).

Der wesentliche Unterschied von Flüchtlingen und Migranten besteht darin, dass Migranten in ihrem Herkunftsland keine Verfolgung droht und sie jederzeit in ihr Heimatland zurückkehren können. Sie kommen in den meisten Fällen, um ihre persönlichen Lebensbedingungen zu verbessern, um zu arbeiten oder aus familiären Gründen. Manche Migranten verlassen ihre Heimat aber auch aufgrund extremer Armut und Not – diese Menschen sind aber nach den Gesetzen grundsätzlich keine Flüchtlinge.

Asylbewerber und Geduldete

Solange ein Flüchtling keine Aufenthaltsgenehmigung hat und das Asylverfahren noch läuft, gilt er als Asylsuchender oder Asylbewerber.

Wenn der Asylantrag abgelehnt wird, müssen die Betroffenen das Land verlassen, sie werden abgeschoben.
In manchen Fällen wird jedoch eine Ausnahme gemacht, beispielsweise weil die Person krank ist oder keinen Pass besitzt. Auch Minderjährige, die ohne Eltern oder andere erwachsene Familienangehörige geflüchtet sind, dürfen bleiben, bis sie volljährig sind.

Was bekommen Flüchtlinge?

Die Leistungen, die Asylsuchenden zustehen, werden im Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) geregelt. Seit 1. März 2015 stehen Asylbewerbern in den ersten 15 Monaten ihres Aufenthaltes sogenannte Grundleistungen zu. Leben sie in einem Flüchtlings-Wohnheim oder einer anderen Einrichtung, erhalten sie einen Teil davon in Form von Sachleistungen wie Lebensmitteln, Kleidung und ähnlichem.

Als Bargeld bekommt ein alleinstehender Flüchtling oder das jeweilige Familienoberhaupt 143 Euro, Ehepartnern stehen 129 zu, für Kinder gibt es ja nach Alter zwischen 80 und 92 Euro monatlich. Sachleistungen und Bargeld zusammen machen für einen Alleinstehenden 359 Euro aus – reich wird damit sicher niemand.

Nach den ersten 15 Monaten haben Asylsuchende Anspruch auf höhere Leistungen. Sie entsprechen in etwa der Sozialhilfe. Sie bekommen dann auch von einer Krankenkasse nach Wahl eine Gesundheitskarte, über die sie medizinische Leistungen im gleichen Umfang wie gesetzlich Krankenversicherte beanspruchen können.

Dürfen Asylsuchende arbeiten?

In den ersten drei Monaten nicht: Sowohl für asylsuchende Flüchtlinge als auch Geduldete ist die Arbeit während dieser ersten Zeit ganz verboten. Auch danach haben sie nur eingeschränkte Chancen auf einen Job, denn bei den Jobcentern und Arbeitsagenturen stehen sie sozusagen hintenan: Deutsche, aber auch EU-Ausländer oder anerkannte Flüchtlinge werden als “bevorrechtigte Arbeitnehmer” bei der Auswahl bevorzugt. Erst nach 15 Monaten Aufenthalt in Deutschland dürfen Asylbewerber und geduldete Flüchtlinge ohne diese Einschränkungen arbeiten.
Informationen vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)