Thomas Oppermann zu Gesprächen in Kanada

In den nächsten zehn Jahren wird die erwerbsfähige Bevölkerung in Deutschland um sechs bis sieben Millionen Menschen zurückgehen. Ohne Zuwanderung sind die Folgen einer alternden, schrumpfenden Bevölkerung nicht zu bewältigen; der Sozialstaat wäre kaum mehr finanzierbar. Thomas Oppermann informierte sich in Kanada über das dortige Einwanderungssystem.

In den nächsten zehn Jahren wird die erwerbsfähige Bevölkerung in Deutschland um sechs bis sieben Millionen Menschen zurückgehen. Diese Lücke kann nicht allein dadurch geschlossen werden, dass mehr Frauen Vollzeit arbeiten und Bildungsschwache nachqualifiziert werden. Deutschland wird zur Sicherung seines Wohlstandes und sozialen Sicherheit deshalb auch auf eine nachhaltige Einwanderung qualifizierter Fachkräfte angewiesen sein. Ohne Zuwanderung sind die Folgen einer alternden, schrumpfenden Bevölkerung nicht zu bewältigen; der Sozialstaat wäre kaum mehr finanzierbar.

Bundes-Fraktionsvorsitzender Thomas Oppermann zu Gesprächen in Kanada Foto: SPD-Bundestagsfraktion

Bundes-Fraktionsvorsitzender Thomas Oppermann im Gespräch mit dem kanadischen Einwanderungsminister Chris Alexander
Foto: SPD-Bundestagsfraktion

Was also ist zu tun? Die SPD-Bundestagsfraktion fordert eine breite Debatte in Deutschland über die Einwanderung. Dabei müssten soziale Konflikte vermieden und die Gewerkschaften eingebunden werden. Kurzum: Deutschland muss sich offen als Einwanderungsgesellschaft bekennen.

Der Vorsitzende der SPD-Fraktion Thomas Oppermann hat das Thema Zuwanderung Weiterlesen

Einwanderungsgesetz für Deutschland

Warum braucht Deutschland mehr Einwanderung? Und sollten angesichts der Terrorgefahren nicht schärfere Sicherheitsgesetze beschlossen werden? Drei Fragen an die stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bundestag Eva Högl.

Die SPD-Fraktion fordert ein Einwanderungsgesetz. Warum ist das wichtig?

Angesichts des demografischen Wandels brauchen wir in Zukunft noch mehr Einwanderer, als wir heute bereits haben, um unseren Wohlstand zu halten und zu sichern. Das betrifft nicht nur die Einwanderung von hochqualifizierten Drittstaatsangehörigen, denn da haben wir bereits verschiedene Instrumente wie etwa die Blue Card. Für unsere alternde und schrumpfende Gesellschaft ist Zuwanderung und Weltoffenheit im besten nationalen Interesse. Daher müssen wir noch mehr darum werben, dass aus aller Welt Menschen nach Deutschland kommen, um hier zu arbeiten.

Eva Högl - SPD-Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Fratkionsvorsitzende

Eva Högl -
SPD-Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Fratkionsvorsitzende

Neue, bessere Regeln zur Einwanderung bieten die Chance für eine Bestandsaufnahme der vielen verschiedenen Zuwanderungsregelungen, die wir haben. Eine gezielte Einwanderung könnte dem Fachkräftemangel hierzulande entgegenwirken. Wir müssen unsere Einwanderungsregeln klarer und übersichtlicher gestalten, um Deutschland für qualifizierte Einwanderer attraktiv machen.

Gut finde ich den Vorschlag des CDU-Generalsekretärs Tauber, einen neuen Kriterienkatalog zu erstellen, wer eigentlich zu uns kommen soll. Selbstverständlich werden wir weiterhin Flüchtlinge aus humanitären Gründen aufnehmen, und EU-Bürgerinnen und -Bürger werden im Rahmen der Freizügigkeit zu uns kommen.

Wie kann man den Menschen die Angst nehmen, dass wir mehr Flüchtlinge aufnehmen?

Deutschland ist ein Einwanderungsland, und es braucht noch mehr Einwanderer. Auch die Mehrheit der Bevölkerung teilt diese Ansicht. Wir brauchen Ärzte und Weiterlesen